Gemeinsam doch einsam?

Gemeinsam doch einsam?

Heute Morgen schlug mir Firefox einen semi-interessanten Artikel vor. Thematisch ist es höchst interessant. Für mich, für andere, aber halt inhaltlich nicht wirklich gut, wenig befriedigend.

Außerirdisches Leben

Bei Spektrum findest du einen kurzen Artikel, der sich Planlos durchs Weltall nennt. Unter Zuhilfenahme der Drake-Gleichung kamen zwei Wissenschaftler der University of Nottingham zu dem grandiosen Ergebnis, dass es in unserer Galaxie 36 Zivilisationen gäbe. Meiner dezenten Meinung nach Blödsinn. Ähnlich betrachtet es der Verfasser des News-Artikels, denn es könnten ebenso gut 4 oder 211 sein.

Ich möchte nicht näher auf den Artikel eingehen, ich möchte meine Gedanken dazu aufzeigen.

Weg mit Drake

Die erwähnte Drake-Gleichung kannst du dir gerne mal anschauen. Ich halte nichts davon. Klar! Du kannst mathematisch ein wunderschönes Konzept erstellen, versuchen eine Möglichkeit zu etablieren, nach der du derlei Verteilungen innerhalb einer Galaxie darstellen kannst.

Aber mal ehrlich: hält sich die Biologie, die Evolution, mit all ihrer chemischen Komplexität an eine Formel? Wenn dem so wäre, lebten wir einerseits innerhalb einer berechenbaren simulativen Realität oder es gäbe einen Schöpfer, vielfach namentlich als Gott erwähnt. Das Leben schert sich einen feuchten Kehricht um mathematische Modelle eines Menschen. Ja, ich respektiere die Idee eine Möglichkeit zu errechnen. Aber: was ist Leben und wie lange benötigt es?

Das Leben der Erde ist Ergebnis vieler evolutionärer Zufallsereignisse. Es gab einige bedeutende Massensterben, beispielsweise Schneeball Erde oder der nicht weniger folgenschwere Einschlag des kosmischen Kiesels vor knapp 65 Millionen Jahren. Ich höre schon die Stimmen: Gott würfelt nicht! Ja, Albert Einstein hat es vielleicht ebenso wenig getan. Wenn Gott nicht würfelt, so wären die Ereignisse festgelegt worden. Es sei denn, ich verfolge eine andere Ausrichtung des Glaubens. Aber lassen wir das an dieser Stelle.

Was wäre gewesen, wenn der Kiesel die Erde verfehlt hätte? Vor 65 Millionen Jahren wären die Dinosaurier nicht ausgestorben und wären als dominierende Spezies erhalten geblieben. Das Säugetier, unser Vorfahre, hätte sich vielleicht nicht durchsetzen können. Die Folge, ein beliebtes Thema moderner Aluhutträger, wären quasi Echsenmenschen. Wie sich ein Dinosaurier evolutionär als Bewusstseins-orientierter Organismus entwickelt hätte, ist rein spekulativer Natur. Persönlich halte ich es jedoch für durchaus realistisch, dass es nur eine Frage der Zeit gewesen wäre, ehe aus dem Velociraptor der Homo Raptor hervorgegangen wäre.

Zufällige Begegnungen zweier Aminosäuren können eine exorbitante Kettenreaktion auslösen. Organische Verbindungen, Proteine, Prokaryoten, Eukaryoten, …

Wie lange dieser Vorgang dauert, kann nicht beziffert werden. Die äußeren Begebenheiten des Planeten und seines Sterns, der Abstand zu diesem, spielen eine wichtige Rolle.

Es muss nicht zwangsläufig 3,5 Milliarden Jahre dauern, ehe intelligentes Leben entsteht. Dazu kommt der Faktor, wie lange eine Kultur überdauert. Ein Wimpernschlag in der Geschichte, als die Hochkultur der Ägypter aufflammte, die Römer verschwanden, Maya und Olmeken versandeten und die erste chinesische Hochkultur sich durch die Xia-Dynastie in der Geschichte verewigte.

Verschiedene Faktoren

Auf der einen Seite steht die Definition Leben, auf der anderen die lokalen und zeitlichen Begebenheiten. Welcher Exobiologe wird es wagen zu behaupten, das Leben sich auf anderen Planeten nur analog zu jenem entwickeln könnte, das wir kennen. Allein der biochemische Ansatz kann sich unterscheiden. DNA? Blut? Zellstruktur? Kleine Geister sehen nur, was wir kennen. Der Blick über den Tellerrand öffnet die Augen. Nur die Angst vor dem Unbekannten verschließt diese wieder und der Mensch betrachtet sich, gebettet in intelligenter Dummheit, als Krone der Schöpfung des Schöpfers. Eines Schöpfers?

Glaube mir, dem ist nicht so. Wir sind nur ein Wimpernschlag davon entfernt im Nichts zu vergehen. Andere werden kommen, sich weiter entwickelnde Wesen. Nicht heute, nicht morgen, aber mit Sicherheit.

Und somit schließe ich die Analyse, wie sie nicht oberflächlicher hätte sein können und sage dir: Wenn du jetzt ein Signal aus dem All empfängst, ist es so alt wie der Ursprung seiner Quelle entfernt ist und du hast verdammtes Glück gehabt zur rechten Zeit mit dem passenden Empfänger etwas wahrgenommen zu haben. Ob du es verstehen wirst oder gar nicht als Signal wahrnimmst, weiß ich nicht.

Wir sind nicht allein. Aber ich behaupte nicht, der Besuch stehe vor der Haustür, habe wohl möglich sogar geklingelt oder à la Aluhut: sie regieren uns… In diesem Sinne, fröhliches spekulieren und nicht alles zu ernst nehmen!

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