Gedrucktes Buch versus eBook?

Gedrucktes Buch versus eBook?

Heutzutage gibt es sehr gute eBook-Reader, wie das Kindle oder den Tolino. Ergibt es, ob dieser Auswahl, überhaupt Sinn, sich ein gedrucktes Buch zu kaufen? Wäre es nicht viel praktischer sich ausschließlich digital zu versorgen? Gedruckte Bücher kosten mehr, benötigen viel Platz und sind wahre Staubmagnete. Digitale Bücher siehst du nicht, sind in der Regel deutlich günstiger, manchmal gratis, jederzeit reisefertig. Lass uns die Vor- und Nachteile beider Typen betrachten.

Das gedruckte Buch

Es gibt sie in dick und dünn, groß und klein, mit unterschiedlichen Schriftgrößen und -typen. Einige sind illustriert, andere nüchtern lektorierte Textwüsten. Alles in allem ein Buchstabensalat, der schlussendlich etwas vermittelt, eine Geschichte erzählt, ein Gedicht, einen Sachverhalt…

Die Haptik macht wahnsinnig viel aus. Das Gefühl über die Seiten zu streichen, leicht angerautes Papier zu spüren… Dazu der Geruch frisch gedruckter Seiten, alter Papiere, muffiger Wälzer…

Kurz gesagt: Bücher sind toll!

In meinem Leben habe ich wirklich sehr viele Bücher gekauft. Dazu Heftromane, vorwiegend Perry Rhodan und John Sinclair, Dämonenland und natürlich Vampira, eine Serie, von der ich behaupten würde, sie ist ihrer Zeit weit voraus gewesen, zu weit!

Sehr viele Bücher lagern aus Platzgründen nach wie vor bei meinen Eltern. In Kartons verstaut im Haus und auf dem Dachboden. Einen Teil habe ich in meiner Wohnung stehen. Das bedeutet: sich von einem Buch zu trennen fällt sehr schwer. Hast du eines gelesen, das dir gefallen hat, so verbindest du etwas damit. Schöne Stunden, spannende Erinnerungen oder einfach Wissen, das du jederzeit nachschlagen kannst. Aber ist es nicht…

Anachronistischer Plunder?

Uhhhhh, das klingt böse. Ist es! Ich liebe Bücher, daher hasse ich sie. Es geht nicht mit und schon gar nicht ohne Bücher. Aber müssen es tatsächlich gedruckte Werke sein? Platzfressende Monster in einer Welt teurer Mietwohnungen, mitunter limitiert an Stauraum? Sei mal ehrlich: Hast du ein gelesenes Buch nochmals gelesen? In den seltensten Fällen! Du liest ein Buch und machst was? Genau, freust dich über das Erlebnis und stellst es ins Regal zu den anderen 50, 100,…
Oder du bereust es, viel Zeit in einen Roman investiert zu haben, der dich mit einer unbefriedigten Erwartung im Stich gelassen hat. Zack, ab ins Regal mit dem Ding, zu den anderen Büchern. Wahlweise kaufen wir Bücher, die uns ansprechen. Die Zeit fehlt, die Lust zu lesen ist verflogen, was auch immer, ab ins Regal damit.

Somit wachsen viele Büchersammlungen an. Mitunter, so passierte es mir einige Male, wander Doppel ins Regal. Die gesamte Situation nervt mich. Es muss sich ändern. Nur wie?

Das eBook – heiliger Gral aller Büchermessies

Wicked Witches

Dem Menschen, der das erste praktikable eBook programmierte, sollte ein Denkmal gesetzt werden! Endlich Bücher sammeln ohne Wenn und Aber. Es gibt dank Amazon und anderer Anbieter unfassbar viele Bücher, die jederzeit überall verfügbar sind. Kein Warten, kein Stauraum, kein Staub. Kaufen bzw. Gratisaktionen wahrnehmen, downloaden, fertig. Eventuell lesen nicht vergessen…
Allzu oft verliere ich mich in der überwältigenden Auswahl. Ich liebe es in einer Buchhandlung zu stöbern – respektive dem Internet. Gerne lasse ich mich von Covern verführen, schaue mir als nächstes den Klappentext an. Gefällt er mir, schlage ich das Buch an beliebiger Stelle auf. Finde ich heraus, dass es in Ego-Shooter-Manier aus der Ich-Perspektive erzählt, wandert es mit enttäuschter Geste sogleich zurück auf den Tisch, ins Regal. In den seltensten Fällen sagen mir Ich-Romane zu, denn kann ich mich nicht direkt mit der Figur identifizieren, war es das. John Sinclair geht. Das ist leichte Unterhaltung. Den lese ich heutzutage allerdings völlig anders. Da ich die Hörspiele suchte, dank Spotify immer verfügbar habe, nehme ich die Texte mit der passenden Stimme wahr. Zugegeben, das hört sich etwas strange an. Oder liest du ebenso? Das klappt übrigens ebenfalls mit Star Trek

Was dem eBook übrigens fehlt: Geruch und Haptik!

Self-Publisher: Perle oder Schund, das ist hier die Frage

Tür und Tor wurden all jenen geöffnet, die sich zum Autoren berufen fühlen, als Amazon die Plattform für eigene Veröffentlichungen bereitstellte. Self-Publishing, selber veröffentlichen. Ohne faktische Hürde über einen Verlag. Fast immer ohne Korrektorat oder Lektorat. Zugegeben, das hört sich gruselig an und war es in der Pionierzeit. Gewaltiger Vorteil in diesem Zuge ist die enorme Vielfalt. Aufgeblüht wie Wüstenboden nach einem kurzen Schauer. Die Schleusen geöffnet, eine Buchstabenflut in die hungrigen Hände potenzieller Leser gespült. Über alle Genre verteilt finden sich neben unlesbarem Müll ebenso wahre Perlen verkannter Talente! Viele ambitionierte Autoren stecken Herzblut in das, was sie veröffentlichen, in ihre Vision. Viele Rohdiamanten werden durch Veröffentlichungen mitunter entdeckt und geschliffen. Manch eine Karriere findet ihren Anfang in einem Text ohne Satzspiegel, gespickt von Fehlern und Logiklöchern.

Dafür bin ich sehr dankbar!

Klar, es gibt enttäuschte Leser, aber wie gesagt, Pioniere sind immer Wegbereiter. Ein enttäuschter Leser mag sich durch das, was er las, verpflichtet fühlen seine Vision zu verwirklichen. Mag wiederum dadurch seine Leser begeistern. Ein Geben und Nehmen.

Masse statt Klasse! Das passiert nicht nur online. Nicht ausschließlich im Self-Publishing. Unzählige Bücher wurden erwartungsvoll veröffentlicht, um herb zu enttäuschen. Marcel Reich Ranicki fand oftmals passende universelle Worte: >>Unlesbar und absolut wertlos. Gelangweilt haben mich die vielen Bücher, die ich für das Quartett lesen musste, von denen die meisten schwach oder schlecht waren. Von 100 Büchern, die erscheinen, sind 99 schlecht, und das 100. ist schwach.<<

Kate S. Stark

Harte Worte einer Ikone der Literaturkritiker. Zugleich drückt er damit eines aus: Über Geschmack lässt sich bei Büchern nicht streiten. Dem einen gefällt es, dem anderen graust es. Ohne Masse keine Klasse! Meine Sicht der Dinge. Am Strand liegt ohne Ende Sand, zwischendurch entdeckst du Bernstein. Öffne dich denen, die dich unterhalten wollen.

Suche nicht die Fehler bei Autoren, mache es selbst und versuche es besser. Das ist mein Tipp an alle Kritiker da draußen. Meckern ist einfach, 100.000 Worte niederschreiben eine ganz andere Dimension. Urteile niemals über etwas, dass du nicht beherrschst. Ein anderes Thema, auf das ich sicherlich alsbald zu sprechen kommen werde.

Hunderttausende Bücher erwarten dich. Sie zu lesen wird vermutlich nicht einmal ein Unsterblicher in der Lage sein. Gedruckt wird niemand all das verstauen. Eine schier unüberschaubare Flut.

Fazit

Egal ob gedrucktes Buch oder eBook. Am Ende gewinnen beide Versionen. Ich habe mich für den Weg entschieden beide Varianten zu wählen. Allerdings mit Beschränkungen:

Bücher in gedruckter Form werde ich nur mehr Anschaffen, wenn es sich wirklich lohnt. Bedeutet, eine Ausgabe, die optisch etwas hermacht oder besonders ist. Ebenso Reihen, wie die oben dargestellte Szene an Star Trek Büchern aus meinem Regal. Dazu gesellen sich Werke aus dem öffentlichen Bücherschrank. Diesen werde ich übrigens mit meinen Büchern füttern, denn dies gehört ebenso zu meiner Agenda: nicht entsorgen, weiterreichen. Werfe niemals ein Buch in die Tonne, wenn es sich vermeiden lässt.

Ebooks beziehe ich ausschließlich über Amazon. Ja, verfluche mich ruhig. Aber was soll es? Nenne mir die Vorteile am Tolino. Nenne mir die Nachteile an Amazon. Den kleinen Buchhandel unterstütze ich vor Ort. Das geht übrigens prima mit Manga… Die sind digital in meinen Augen ungenießbar…

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